Die magnetische Klassifizierung von Sonnenflecken

Sonnenflecken gibt es in allen Größen und Formen. Einige Gruppen von Sonnenflecken haben eine komplexere magnetische Struktur als andere Sonnenfleckengruppen und erzeugen mit größerer Wahrscheinlichkeit Sonneneruptionen. Aber woher wissen wir, ob eine Sonnenfleckengruppe eine Bedrohung für starke Sonneneruptionen darstellt? Um die Unterschiede zu kennen, hat das Mount-Wilson-Observatorium in Kalifornien (USA) Regeln aufgestellt, damit jede Sonnenfleckenregion eine bestimmte magnetische Klassifizierung erhält.

Jeden Tag werden die Sonnenflecken auf der Sonne gezählt und jede Sonnenfleckengruppe erhält von den Weltraumwetter-Spezialisten eine Nummer, eine magnetische Klassifizierung und Fleckenklassifizierung. Auf unserer Website finden Sie eine Übersicht aller Sonnenfleckengruppen mit ihren Klassifizierungen. Im Folgenden erfahren Sie, was all das bedeutet.

Die verschiedenen Klassifizierungen

  1. α – Alpha:
    Eine unipolare Sonnenfleckengruppe.
  2. β – Beta:
    Eine Sonnenfleckengruppe, die eine positive und eine negative Polarität (oder bipolar) mit einer einfachen Trennung zwischen den Polaritäten hat.
  3. γ – Gamma:
    Eine komplexe Region, in der die positiven und negativen Polaritäten so unregelmäßig verteilt sind, dass sie nicht als bipolare Sonnenfleckengruppe klassifiziert werden kann.
  4. β-γ – Beta-Gamma:
    Eine bipolare Sonnenfleckengruppe, aber so komplex, dass keine Unterscheidung zwischen Flecken entgegengesetzter Polarität geamcht werden kann.
  5. δ – Delta:
    Der Kernschatten entgegengesetzter Polarität in einem einzigen Halbschatten.
  6. β-δ – Beta-Delta:
    Eine Sonnenfleckengruppe mit einer allgemeinen Beta-Magnetkonfiguration, die jedoch einen (oder mehrere) Delta-Sonnenflecken enthält.
  7. β-γ-δ – Beta-Gamma-Delta:
    Eine Sonnenfleckengruppe mit einer magnetischen Beta-Gamma-Konfiguration, die jedoch einen (oder mehrere) Delta-Sonnenflecken enthält.
  8. γ-δ – Gamma-Delta
    Eine Sonnenfleckengruppe mit einer magnetischen Gamma-Konfiguration, die jedoch einen (oder mehrere) Delta-Sonnenflecken enthält.

Mehr als die Hälfte der beobachteten Sonnenfleckengruppen erhalten eine Alpha- oder Beta-Klassifizierung, wobei größere Sonnenflecken oft komplexer sind und eine Beta-, Beta-Gamma- oder Beta-Gamma-Delta-Klassifizierung erhalten. Es ist bekannt, dass Delta-Sonnenflecken sehr aktiv sein und die intensivsten Sonneneruptionen erzeugen können.

Die Delta-Klassifizierung

Lassen Sie uns etwas tiefer in die magnetische Delta-Klasse eintauchen. Dies ist aufgrund der hohen Sonnenaktivität, die sie häufig verursachen, die interessanteste Art von Sonnenfleckenstruktur. Mit der folgenden Liste können Sie feststellen, ob ein Sonnenfleck eine magnetische Deltastruktur hat:

  1. Delta-Gruppen sind oft sehr groß und 90 Prozent der Sonnenflecken haben eine umgekehrte Polarität mit einem hohen Aktivitätsniveau, insbesondere wenn große Sonneneruptionen ausbrechen. Diese haben meist eine komplexe, ungewöhnliche oder gebrochene Sicht auf den Kernschatten.
  2. Delta-Gruppen werden durch die Ansammlung von Sonnenflecken mit entgegengesetzter Polarität verschiedener Dipole gebildet, die eher mit gemeinsamen Magnetfeldlinien als mit direkten Magnetlinien verbunden sind. Alle Flecken befinden sich in der Halbschattenregion.
  3. Deltaflecken dauern selten länger als eine Sonnenumdrehung. Sie zerfallen schneller als andere Sonnenflecken. Innerhalb desselben Gebiets können sich jedoch neue Deltaflecken bilden.
  4. Delta-Sonnenfleckengruppen trennen sich normalerweise nicht, sondern sterben zusammen.
  5. Aktive Delta-Gruppen emittieren starke H-Alpha-Emissionen. Manchmal können Filamente aus der Gruppe herauskommen.

Sichtbares Licht

Magnetogramm

Ein Beispiel für eine sehr komplexe Sonnenfleckengruppe mit einer magnetischen Beta-Gamma-Delta-Klassifizierung, wie sie vom HMI-Instrument der NASA SDO gesehen wurde. Diese Sonnenfleckenregion war die Quelle einer großen X2.3-Sonneneruption. Das obere Bild zeigt uns diese Sonnenfleckenregion im sichtbaren Licht. Das untere Bild ist ein sogenanntes „Magnetogramm“ und zeigt das magnetische Layout einer Sonnenfleckenregion. Die rote Farbe kennzeichnet Sonnenflecken oder Bereiche mit negativer Polarität und die blaue Farbe kennzeichnet Bereiche mit Sonnenflecken mit positiver Polarität.

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